Während beim „großen Bruder“ Deutschland die Biotechnologietage mit großen Worten der Politik (weltweit innovativster Standort) noch liefen, traf sich die österreichische Szene zum fünften Biotech Circle in der Wiener Börse. Auch dort sprach die Politik der Branche eine große Bedeutung in der neuen Landeswirtschaftsstrategie zu. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich wollen die Akteure nach den schönen Worten nun aber auch Taten sehen.

Der Göttinger Life-Science-Konzern Sartorius AG ist mit Rückenwind ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal legte der Umsatz währungsbereinigt um 7,5 Prozent auf 899 Mio. Euro zu, getragen vor allem vom stabilen Geschäft mit Verbrauchsmaterialien. Die operative Marge blieb mit knapp 30 Prozent bemerkenswert robust – trotz geopolitischer Unsicherheiten und zunehmender Zollbelastungen.

Bundesministerin Dorothe Bär zog das Publikum der Deutschen Biotechnologietage in Leipzig schnell auf ihre Seite mit der Aussage: „Wir wollen Deutschland zum innovativsten Biotech-
Standort der Welt machen!“ Sie sähe ein riesiges Potential und für die Gesellschaft sei Gesundheitsforschung das Wichtigste.

Deutschland glänzt mit einer Enthaltung, aber die Mehrheit des Rats der Europäischen Union hat die geplanten Lockerungen für neue Gentechnik (NGT) gebilligt. Pflanzen aus Verfahren wie CRISPR/Cas sollen teils nicht mehr als GVO gelten. Ziel sind robustere Sorten, ein Streitpunkt bleibt die Patentierung. Das Parlament muss noch zustimmen, was als relativ sicher gilt.

The Rowley Mile

Die Veranstaltung zieht 2027 nach Newmarket um, um die Verbindungen zum Cambridge-Cluster und dem gesamten Goldenen Dreieck zu stärken
Die „Medical Technology UK“ wird für ihre Ausgabe 2027 auf die Pferderennbahn von Newmarket umziehen – ein strategischer Schritt, der darauf abzielt, die Veranstaltung näher an eines der wichtigsten Zentren Großbritanniens für medizintechnisches Design, Innovation, Biowissenschaften und Ingenieurwesen zu verlegen.

Im Rahmen ihrer Serie-A-Finanzierungsrunde erhält die schweizerisch-deutsche BioCopy AG finanzielle Mittel in Höhe von 9 Mio. CHF. Der Erlös wird verwendet, um die präklinische TCRm-bispezifische Pipeline des Unternehmens voranzutreiben, vorbereitende Studien für das Leitprogramm zu finanzieren und die proprietäre Plattform zur Antikörpergenerierung auszubauen.

Das Regensburger Digital-Health-Start-up brainjo GmbH konnte erfolgreich eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2 Mio. Euro einwerben. Angeführt wird die Runde vom High-Tech-Gründerfonds. Das Geld fließt in die Weiterentwicklung der VR-DiGA für Kinder mit ADHS.

Die japanische Asahi Kasei hat die kürzlich publizierte Übernahme von AiCuris (Wuppertal) abgeschlossen. Der Schritt stärke das Spezialpharma-Geschäft im Bereich Infektionskrankheiten. Aicuris bringt ein Portfolio antiviraler Wirkstoffe ein, darunter Pritelivir mit FDA-Priority-Review, und erweitere so die Pipeline um kurzfristige und langfristige Wachstumstreiber.

georgneu

Das irrlichternde Scheinwerferlicht der Biotech-Szene hat für zwei Tage eine klare Ausrichtung: mit dem Branchentreffen in Leipzig soll die nationale und internationale Aufmerksamkeit konzentriert in die heimliche Biotech-Hauptstadt gelenkt werden, die sich zudem auch noch anschickt, das hippe Berlin in punkto Start-up-Hotspot zu übertrumpfen. Die allgemeine Lage, die Herausforderungen und eine ganze Menge innovativer Ideen – das wird die Gemengelage vor Ort sein, um die sich die Präsentationen und Gespräche in der Stadt der Life-Changer drehen werden.